Spaceshuttle BURAN
Das Spaceshuttle BURAN war das Ergebnis eines der ehrgeizigsten Projekte in der Geschichte der russischen Raumfahrt. Der gewaltige Raumgleiter ist 36 m lang, 16 m hoch und wiegt ca. 80 Tonnen. Wie beim amerikanischen Modell stand die Wiederverwendbarkeit nach erdnahen Raumeinsätzen im Vordergrund. Der innerhalb der Raumfahrtausstellung des Technik MUSEUM SPEYER gezeigte BURAN Prototyp OK-GLI wurde 1984 gebaut und diente zur Erprobung von Gleitflug und Landung nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Bis 1989 hat die OK-GLI im Rahmen dieses Projektteils 25 Atmosphärenflüge absolviert und damit entscheidend zum erfolgreichen Orbitalflug einer BURAN-Raumfähre im Jahr 1988 beigetragen. Gegen Ende der 1980er Jahre wurde die Finanzierung des BURAN Projekts durch die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme immer schwieriger. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Weiterentwicklung zunächst gestoppt und 1993 dann endgültig eingestellt.
Obwohl sich die BURAN und das amerikanische Space Shuttle äußerlich sehr ähnlich sehen, gibt es technisch fundamentale Unterschiede. Beim US Space Shuttle wird der größte Teil der Schubkraft durch die eingebauten Triebwerke erzeugt, die beim Start durch Zusatzraketen unterstützt und durch einen Außentank mit Treibstoff versorgt werden. Die BURAN wurde dagegen mit einer riesigen ENERGIJA Rakete gestartet. Durch die Beschränkung auf kleine Manövriertriebwerke war die BURAN im Bau weniger aufwändig und konnte auch mehr Nutzlast ins All befördern. Des weiteren verfügte sie über bessere Segeleigenschaften, wodurch sie in der Lage war, fünf Tonnen mehr Nutzlast zur Erde zurück zu bringen. Die BURAN wurde außerdem, im Gegensatz zum US Space Shuttle, von Beginn an auch für unbemannte Missionen konzipiert.
Für die BURAN OK-GLI begann nach dem Ende des russischen Space Shuttle Programms eine lange Odyssee. Nach 10-jähriger Lagerung wurde sie 1999 nach Sydney verschifft, wo sie während der Olympischen Sommerspiele als Touristenattraktion ausgestellt wurde. Im Anschluss daran ging die BURAN in den Besitz einer Investorengruppe aus Singapur über, die mit ihr eine große Welttournee plante. Erste und letzte Station dieser Tournee war im Jahr 2002 Bahrain. Aufgrund von wirtschaftlichen Differenzen wurde der Raumgleiter beschlagnahmt und im Hafen von Bahrain eingelagert. Im Sommer 2003 erwarb das Museum die BURAN, aber aufgrund von Rechtsstreitigkeiten verzögerte sich der Transport nach Deutschland um fünf Jahre. Anfang März 2008 war es dann endlich soweit - Die BURAN wurde verladen, zu einem Hochseefrachter transportiert und ins TECHNIK MUSEUM SPEYER gebracht.
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