25 Jahre Spacelab D-2 Mission

Mondstein, Raumfähre, Sojus Landekapsel oder Raumanzug. Dies sind nur einige der etwa 600 Ausstellungsstücke die in Europas größter Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ im Technik Museum Speyer zu sehen sind. Seit fast 10 Jahren ist das Museum Anlaufstelle für Raumfahrtbegeisterte, aber auch für Astronauten oder Kosmonauten wie u. a. Alexander Gerst oder Buzz Aldrin. Neben der umfangreichen Sammlung zur bemannten Raumfahrt können Besucher bei Vorträgen oder Talkrunden den Weltraum regelrecht selbst erleben. Diese speziellen Veranstaltungen finden mehrmals jährlich statt, so dass bereits über 40 Raumfahrer das Museum besuchten.

Zum 25. Jubiläum der Mission STS-55 / Spacelab D-2 reisen sechs Mitglieder der Besatzung nach Speyer und berichten am 1. Mai 2018 über die Mission und ihre Erlebnisse im Weltall. Zu Gast sind die deutschen Astronauten Hans Schlegel und Ulrich Walter sowie die US Astronauten Tom Henricks, Jerry Ross, Charles Precourt und Bernard Harris.

Informationen für Besucher
Die Präsentation mit anschließender Talkrunde beginnt am Dienstag, 1. Mai 2018 um 15.00 Uhr und findet in der Raumfahrthalle des Museums statt. Es stehen begrenzt Sitzplätze zur freien Verfügung. Das Programm ist im regulären Museumeintritt enthalten und endet voraussichtlich gegen 17.30 Uhr.

Mehr Details zur STS-55 / Spacelab D-2 / 1993-2018

Die zweite Deutsche Spacelab Mission D-2 flog im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vom 26. April bis 6. Mai 1993 mit der US-Raumfähre Columbia. Die Besatzung bestand aus den deutschen Astronauten Hans Schlegel und Ulrich Walter sowie den US Astronauten Tom Henricks, Jerry Ross, Charles Precourt und Bernard Harris und dem Kommandanten Steve Nagel †. Die Mission führte unter deutscher Leitung naturwissenschaftliche und biomedizinische Experimente sowie Himmels- und Erdbeobachtungen durch. Der Ursprüngliche Start war für den 22. März 1993 geplant. Dieser musste jedoch drei Sekunden vor dem Abheben, als die Triebwerke bereits gezündet waren, abgebrochen werden, da eines der drei Triebwerke nicht den vollen Schub entwickelte. Wenige Sekunden nach Abschaltung der Triebwerke versprühte man Tausende Kubikmeter Wasser über die drei Haupttriebwerke, um so ein Feuer durch eventuell austretenden Wasserstoff zu verhindern. Der zweite Startversuch erfolgte am 24. April 1993. Aber auch dieser musste wegen technischer Probleme mit einem Navigationsgerät abgebrochen werden. Beim dritten Versuch klappte es, so dass die Crew am 26. April 1993 pünktlich abhob. Die US Raumfähre Columbia wurde vom Johnson Raumflugzentrum in Houston kontrolliert, die Betreuung der wissenschaftlichen Experimente erfolgte jedoch vom deutschen Raumfahrtkontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen.

Die insgesamt 88 wissenschaftlichen Experimente wurden auf den Gebieten der Materialwissenschaft, Biologie, Medizin, Technologieanwendungen, Erdbeobachtung sowie Astronomie und Atmosphärenphysik durchgeführt und von den Einrichtungen DLR, NASA und ESA sowie der französischen und der japanischen Raumfahrtbehörde erstellt. Wie bei allen Spacelab-Missionen arbeitete die Besatzung in zwei Schichten rund um die Uhr, um die Zeit in der Erdumlaufbahn optimal auszunutzen. Für Beobachtungen der Reaktion auf die Schwerelosigkeit waren verschiedene Pflanzen wie Tabak, Fingerhut und Sonnenblume sowie Larven des Südafrikanischen Krallenfrosches und des Buntbarsches mit an Bord. Mediziner Bernard Harris legte erstmals im Weltraum einem Astronauten (Hans Schlegel) einen intravenösen Zugang, durch den eine Kochsalzlösung injiziert wurde. Mit dem von Deutschland bereitgestellten Roboter Experiment ROTEX (Robot Technology Experiment) gelang es erstmals ein frei schwebendes Objekt im All mittels Fernsteuerung von der Erde aus einzufangen. Bedingt durch die schlechten Wetterverhältnisse in Florida musste die Landung der Raumfähre Columbia am 6. Mai 1993 nach Kalifornien verlegt werden. Die komplette Besatzung, außer dem verstorbenen Kommandanten Steve Nagel, wird das 25. Jubiläum von Spacelab D-2 an drei Standorten in Deutschland feiern. Neben Berlin und München besucht die Crew auch die Technik Museen Sinsheim und Speyer.