Rennpappe trifft Kugelporsche

Rennpappe trifft Kugelporsche - Edelkäfer

Blech gegen Plaste, Viertakter kontra Zweitakter. Das Technik MUSEUM SPEYER zeigte im Jahre 2006 die Sonderausstellung "Rennpappe trifft Kugelporsche - Deutsche Automobilität in Ost und West". Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stand die Geschichte zweier deutscher Auto-Legenden, denen die Menschen im Nachkriegs-Deutschland diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs ihre Mobilität verdanken. Es war ein Zusammentreffen von Automobil gewordener Weltanschauungen einer einst gespaltenen Nation. Während der Käfer in der Bundesrepublik Deutschland zwischen Konsum und Kult pendelte, so siedelte der Trabant in der Deutschen Demokratischen Republik zwischen Wirklichkeit und Legende. Im Rahmen dieser Sonderausstellung waren verschiedenste Modelle dieser Kultautos, vom Cabrio bis zum Spezialumbau, im Museum zu sehen. Die ca. 20 Ausstellungsstücke wurden vom AutoMuseum Volkswagen sowie dem Verein Internationales Trabant-Register e.V. zur Verfügung gestellt. Diese Sonderausstellung bringt zusammen, was zusammengehört - zwei automobile Ikonen die längst Kultstatus erlangt haben.

Aufschwung war der Wegbegleiter des Käfers, Mangel an Rahmenbedingen der des Trabants - doch beide waren echte Charaktertypen mit Kanten und Eigenwilligkeiten. Dennoch oder gerade deshalb innig geliebt von ihren Besitzern. Es waren Familienmitglieder, denen Kosenamen verliehen wurden, und die darüber ihre Familiennamen verloren. So sprach in der BRD niemand vom Volkswagen 1200 oder vom Volkswagen 1303, sondern schlicht vom "Käfer", und in der DDR waren die Trabant-Typenbezeichnungen P 50, 600 oder 601 allenfalls Sprachgebrauch der Technokraten, im Volksmund war er nur der "Trabi". So verschieden die beiden Fahrzeuge auch waren hatten sie jedoch eine wichtige Sache gemeinsam, die Menschen in Ost und West verdankten ihnen ihre Mobilität. Beide Fahrzeuge brachten in den 60er Jahren ihren Besitzern große Freiheiten. Mit Dachgepäckträger, Campinganhänger oder Klappfix wurden die Autos zur perfekten Familien-Ferien-Kutsche. Sie waren bezahlbar, robust und gelten bis heute als unverwüstlich. Äußerlich folgten der Käfer und der 500er-Trabant den runden Design-Formen der 50er Jahre. Während VW im Westen auf die bewährte Blechkarosserie setze, ging man im Osten neue Produktionswege. Der in Zwickau hergestellte P50 war weltweit das erste Fahrzeug aus Kunststoff.

Rennpappe trifft Kugelporsche - Dachzelt Sachsenruh


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